• 23.06.2017 | Eine "Bildstörung" mit blauen Balken

    Im "Pumpwerk" des Rhein-Sieg-Kunstverein zieht der Troisdorfer Künstler Rolf Mallat eine vorläufige Bilanz seines Schaffens

    Zum Artikel
  • 29.2.2016 | Werke von Rolf Mallat beim Kunstverein Region Heinsberg

    Im Spannungsfeld von kunstgeschichtlicher Vergangenheit und Gegenwart...

    Zum Artikel
  • 31.8.2015 | Realität ist nur eine Momentaufnahme

    Kunsthaus Troisdorf zeigt Werke von Rolf Mallat - Retrospektive der vergangenen fünf Jahre

    Zum Artikel
  • 09.06.2011 | Gesichter erzählen Geschichten

    Mit Rolf Mallat hat der „Verein zur Förderung bildender Kunst“ wieder einen ...

    Zum Artikel
  • 04.06.2011 | Der Mensch steht im Mittelpunkt

    Der in Troisdorf wohnende Künstler Rolf Mallat hat seine Werke bereits in ...

    Zum Artikel
  • 20.04.2010 | Geschichten auf den zweiten Blick

    „Inszenierungen“: Künstler Rolf Mallat zeigt seine Werke in der Galerie Art Engert ...

    Zum Artikel
  • 13.11.2009 | Beißende Ironie in Wort und Bildern

    Mit einer Ausstellung der Künstler Rolf Mallat und Döring-Spengler feierte das ...

    Zum Artikel
  • 16.08.2009 | Der Maler als Opfer und Held

    Der junge Maler, der uns auf der ersten Lokalseite anblickt, weiß offenbar, dass ...

    Zum Artikel
  • 28.03.2009 | Rolf Mallat in der Galerie Bongartz

    Einen beeindruckenden Querschnitt der Arbeiten des Malers Rolf Mallat zeigt ...

    Zum Artikel
  • 23.08.2007 | Iran und Rheinland im künstlerischen Dialog

    Seit acht Jahren stehen der Rheinländer Rolf Mallat und der aus dem Iran ...

    Zum Artikel

Geschichten auf den zweiten Blick

Von Stefan Herrmann
„Inszenierungen“: Künstler Rolf Mallat zeigt seine Werke in der Galerie Art Engert. Die Bilder bieten Freiräume und Lesarten, die für jeden Betrachter ein anderes gemaltes Theaterstück aufführen.

Eschweiler. Zwar fehlte der rote Vorhang, als die Galerie Art Engert mit den Werken des Künstlers Rolf Mallat öffnete. Trotzdem:“Der Titel lässt uns etwas Theaterhaftes erwarten“, begrüßte Anita Engert die zahlreichen Vernissagebesucher, darunter die stellvertretende Städteregionsrätin Christiane Karl.

„Inszenierungen“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis Mittwoch, 19. Mai, an der Wilhelmstraße zu bestaunen ist. Wahrhaft großes Theater in Acryl, das Mallat mit farbintensiven und vielschichtigen gemalten Geschichten dem Betrachter präsentiert.

Viele Ebenen
Kleines „Theater“ erlebten die Gäste, als der 1957 in Bonn geborene Künstler selbst im Dialog mit Kunsthistorikerin Julian Becker über einige seiner Werke sprach. Im Mittelpunkt von Mallats Arbeiten stehen stets Menschen. Der Künstler geht dabei zumeist von einem fotografischen Ausgangsmotiv aus, das dann durch malerische Gestaltung, durch kunsthistorische Referenzen und Zitate, durch Brüche und auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende Bildelemente den Betrachter herausfordert. Mallats Malerei bietet mehr als kurzfristigen Konsum. Vermitteln die Bilder auch eine schnelle Botschaft, lohnt sich das tiefe Eintauchen – der berühmte zweite Blick - , um die vielen Ebenen von Werken wie „Springtime“, „Wunderland“, und „Tonight in Town“ wahrzunehmen, und die Geschichten, die sich dahinter verbergen, die aber, so Juliane Becker, nicht immer zu einem Ziel, sozusagen zu einem „Happy End“ führen. Rolf Mallats „Inszenierungen“ bieten da Freiräume und Lesarten, die für jeden Betrachter ein anderes gemaltes Theaterstück aufführen. Becker nennt diese besondere Herangehensweise die „Universalität von Kleinigkeiten“, die sich wie ein roter Faden durch Mallats Bilder zieht. „Man sieht nicht nur das Hauptgeschehen der Hauptpersonen“, so Becker. Stadtfluchten und Hintergründe, Zitate aus der Kunstgeschichte – einzelne Elemente, die sich zusammenfügen. „Trotz der Brüche und verschiedenen Stile: Das Bild muss am Ende austariert sein“, sagt Mallat selbst. „Mein Bestreben ist es dabei, das Zeitlose in Bildern einzufangen.“ Da können auch zwei Personen aus unterschiedlichen Zeitepochen eine gemeinsame Geschichte erzählen. Diese Freiheit erlabe mir“. De ntle m es, mit verschiedenen Stilen zu arbeiten. Dazu gehört auch das grafische Element, das fotografische Vorbild und die Arbeit mit dem Computer.
 
Und wo geht der Wg hin? Mallat weiß es selbst noch nicht genau. Den Pinsel wird er trotz aller technischen Aspekte, die zeitgenössische Kunst beeinflussen, aber nicht aus der Hand legen und spricht mit einem Augenzwinkern von weiteren „Schlachten auf der Leinwand“.

Eschweiler Zeitung, Dienstag, 20. April 2010