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Der Maler als Opfer und Held

Zu Rolf Mallats „Sommerkunst“- Werk
Der Troisdorfer Künstler spielt mit verschiedenen Bildebenen, die ineinander greifen.
Von Jürgen Röhrig

 
Siegburg – Der junge Maler, der uns auf der ersten Lokalseite anblickt, weiß offenbar, dass die Kunst eine ernste Angelegenheit ist. „Hier stehe ich und kann nicht anders, das ist kein nettes Hobby“, signalisiert er. Es geht um grundlegende Fragen des Lebens. Rolf Mallat hat für seine heutige „Sommerkunst“-Seite ein Motiv gewählt, das an Vorbilder erinnert, an Künstler-Selbstporträts, vor allem an Fotos des schon längst nicht mehr jungen  Pablo Picasso, der mit nacktem Oberkörper posiert, robust und kraftvoll.

Dieser viel spätere Nachfahre auf Mallats Bild macht einen wesentlich sensibleren, verletzlicheren Eindruck. Die hellblaue Aura um seinen Kopf ist ein ironisches Zitat: ein Heiligenschein. Der Maler als Märtyrer? Auch das ist eine Standard-Figur der Kunstgeschichte, siehe van Gogh. Bei Mallat ist der Künstler beides, Opfer und Held – siehe Picasso.

Die doppelte Anspielung ist ein Hinweis auf die Suche nach Identität, formal wird diese These unterstützt durch die zweifache Wiederholung des Figurenmotivs, unten links, in Variationen des Bildzusammenhangs.
Der Maler ist bereit zur Arbeit, die linke Hand hält die Pinsel bereit, die rechte stützt sie, hat noch nicht zugegriffen. Die Entscheidung, womit das Werk beginnt, steht kurz bevor. Aber der Blick ist nicht auf die Leinwand gerichtet, sondern auf uns – Mallat gibt dem Betrachter die Aufgabe, die Gedankenfäden aufzunehmen, die das Bild anbietet.

Typisch für Mallat  ist der Stilmix, das Spiel mit verschiedenen Bildebenen, die ineinander greifen. Ein Muster von geometrischen Flächen in kühlen  grauen, grünen und blauen Tönen ist der dominierende Bildhintergrund. Darunter erscheinen informelle Partien in warmen Gelb- und Rottönen, über den kleinen Figurenszenen. Intellekt und Gefühl, Abstraktion und Gegenständlichkeit führt Mallat zusammen. Dadurch werden auch geometrische Strukturen Teil eines erzählbaren Inhalts: der Geschichte vom Maler, der die stilistische Freiheit hat, die Errungenschaft der Moderne ist, aber aus dieser Freiheit in langer geduldiger Arbeit und Mühe seine eigene Sprache entwickeln muss. Um mitteilen zu können was ihn und uns bewegt.

Kölner-Stad-Anzeiger-Nr. 188 vom 12/16.August 2009