• 01.08.2011 | Ich sammle Bilder von Menschen

    Ich sammle Bilder von Menschen: Situationen, Gesten, Gesichter ...

    Zum Artikel
  • 10.07.2011 | Malerei

    Malerei liegt irgendwo zwischen Weltfindung und Tapetenmuster ...

    Zum Artikel
  • 11.07.2011 | Realität

    Um die Realität in Frage zu stellen, muss man als Maler manchmal sehr ...

    Zum Artikel
  • 01.05.2011 | Isoliert

    Die Menschen in meinen Bildern wirken isoliert, selten scheinen die Protagonisten ...

    Zum Artikel
  • 01.09.2010 | Suche nach Gesichtern

    Ich bin auf der Suche nach Gesichtern. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich ...

    Zum Artikel
  • 01.03.2009 | Stilentwicklung

    In Sachen Stilentwicklung, im Sinne von Handschrift, bin ich sehr skeptisch. Ich ...

    Zum Artikel
  • 27.2.09 | Panik und andere Erkenntnisse

    Ich male nicht immer gerne, aber die Vorstellung, etwas anderes zu machen.

    Zum Artikel
  • 23.1.2009 | Schönheit

    Oscar Wilde schrieb mal über einen wunderschönen Jüngling, dessen ...

    Zum Artikel
  • 14.1.2009 | Neurosen

    Im Gegensatz zu seinen Mitmenschen muss der Künstler seine ...

    Zum Artikel
  • 01.01.2009 | Der junge Maler

    Wie kommt ein über 50-jähriger Maler dazu, einen jungen Maler zu malen? Der ...

    Zum Artikel
  • 10.1.2009 | Ahnung

    Ich habe manchmal so etwas wie eine Ahnung, ein Gefühl vom Leben. Also das ...

    Zum Artikel
  • 06.04.2007 | Strategie

    Die meiste Zeit hänge ich vor dem Bild und überlege, welche Verrücktheit ...

    Zum Artikel
  • 07.04.2007 | Regeln

    Ich spüre oft, wie jedes Bild seine eigene Lösung verlangt, jedes Thema ...

    Zum Artikel
  • 29.08.2007 | Könnerschaft und weiter Erkenntnisse

    Die handwerkliche Könnerschaft ist Voraussetzung für Qualität, ich habe ...

    Zum Artikel
  • 19.04.2007 | Wirklichkeit

    Hier und da gelingt es der Kunst, den Blick zu schärfen und hinter dem zu schauen, ...

    Zum Artikel
  • 14.02.2006 | Ausschnitt aus einem Interview mit Dr. Pauline Liesen

    Du hattest vor einigen Jahren eine Schaffenskrise, die dich mit der Frage ...

    Zum Artikel
  • 24.01.2006 | Technik

    Es reicht nicht, als Künstler seine Technik zu beherrschen. Es muss etwas ...

    Zum Artikel
  • 01.01.2004 | Statement „Kunst con Text - Reflexionen“

    Es gibt einige Maler, die davon sprechen, dass sich ihre Bilder energetisch ...

    Zum Artikel

Ich sammle Bilder von Menschen

Ich sammle Bilder von Menschen: Situationen, Gesten, Gesichter. Das Suchen in den Printmedien und im Internet ist wie das Sammeln von Steinen am Strand. Man wandert und sieht unter den vielen Steinen plötzlich einen Stein, der die Neugierde weckt. In dem Moment, da ich ihn aufhebe, bekommt er eine Aufwertung und Bedeutung. Der Grund, warum ich ihn aufgehoben habe, wird erst nach und nach bei der näheren Betrachtung klar. Er ist Stein wie jeder andere, aber dennoch ist er einzigartig. Ähnlich  ist es, wenn ich in der Bilderflut der Medien ein Motiv entdecke, und daraus ein Bild entsteht. Dieser Vorgang hat etwas mit Entschleunigung, Konzentration und Aufwertung zu tun.

Ich greife zu vorgegebenen Fotos, weil ich den Menschen in unserer Zeit darstellen will. Die Fotografie hat immer noch den Charakter des Authentischen. Der Mensch auf dem Foto ist „echt“. Diesen Vertrauensvorschuss nutze ich aus. Ich möchte, dass sich der Betrachter mit den Figuren identifiziert. Meine Arbeit besteht dann anschließend darin, das erlangte Vertrauen wieder zu erschüttern, Fragen aufzuwerfen, Realitäten zu relativieren.

In meinen Bildern gibt es keine klaren Aussagen. Überblendungen bzw. Gegenüberstellungen verschiedener Bildsequenzen lassen  widersprüchliche, manchmal dadaistische Bildsituationen entstehen.

Technik:
Die Bearbeitung der Fotovorlagen am Computer hilft mir bei meiner Strategie der Irritation. Veränderungen an der Bildschärfe, Farbsteuerung, Szenenaufbau oder Überblendungen, Bildzertrümmerung bzw. Zeichenprogramme – all diese digitalen und fototechnischen Bearbeitungmöglichkeiten unterstützen mich bei der Manipulation. Historische und kunsthistorische Zitate, Streifen und Farbflächen lassen verschiedene Bildebenen entstehen. Nichts ist wie es scheint, und jede Realität hat viele Wahrheiten.

Bei der Arbeit an der Leinwand gibt die entwickelte Computervorlage die  ungefähre Marschrichtung vor – aber letztlich ist der Malprozess mit all seinen Entscheidungen und Unwägbarkeiten ein wesentlicher Bestandteil bei der Entstehung der Bilder. Ich beginne meine Bilder gerne mit einer sehr schnellen und spontanen Malweise und provoziere Unfälle, und erst im weiteren Verlauf entscheidet sich, was ausgearbeitet wird bzw. welche Abweichungen übernommen werden. Hier findet die eigentliche Verdichtung der Arbeit statt.

Ma  Aug. 2011