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  • 01.01.2004 | Statement „Kunst con Text - Reflexionen“

    Es gibt einige Maler, die davon sprechen, dass sich ihre Bilder energetisch ...

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Statement „Kunst con Text - Reflexionen“

Es gibt einige Maler, die davon sprechen, dass sich ihre Bilder energetisch aufladen, dass während des Malens Dinge geschehen, die der Maler im Nachherein kaum erklären kann. Diese Aussage ist mir etwas zu nahe an einer übertrieben metaphysischen oder esoterischen Deutung. Aber Sicher ist, dass sich die Emotionen und der Intellekt  des Malers während seiner Arbeit materialisieren, und dieser Prozess nicht immer kontrollierbar ist. Beim Malvorgang geschieht es tatsächlich immer wieder, dass etwas geschieht, von dem der Maler beim Beginn seiner Arbeit keine Ahnung hatte. Trotz allen Kalküls geschehen Unfälle, die neue Türen öffnen können. Der Arbeitsprozess verlangt vom Künstler Entscheidungen, die er mal zögerlich mal entschlossen, mal emotional mal rational trifft: Welche Farben mische ich, entwickele ich eine Geschlossenheit im Bild oder belasse ich eine schwächere Stelle, um den angrenzenden Bildbereich aufzuwerten? Bewahre ich die Frische einer Arbeit, die auch Fehler zulässt oder korrigiere ich? – Es ist der Entstehungsprozess, der das Besondere der Malerei ausmacht! Die unmittelbare Verquickung der Person des Künstlers mit dem Entstehungsprozess und dem Kunstprodukt. Ein gemaltes Bild verbindet visuelle Fülle mit intellektueller und emotionaler Vielschichtigkeit, und der Betrachter hat viel Zeit, den Malprozess nachzuvollziehen und die Komplexität der Arbeit zu entdecken – ein großer Vorteil.
Kunst hat in meiner Malerei etwas mit Auseinandersetzung, Neuanfang und Ausprobieren zu tun. In den Jahren meiner künstlerischen Tätigkeit habe ich manchen Haken geschlagen und oftmals sicher geglaubte Positionen hinterfragt und verändert. Im Nachherein wird mir klar, dass es eine Thematik gibt, die immer wieder auftaucht und sich wie ein roter Faden durch mein Werk zieht: Es ist der Versuch, Abstraktion und Figuration in eine symbiotische Beziehung zu bringen. Die Arbeit „Vertreibung aus dem Paradies“ aus dem Jahre 87 macht diesen Ansatz deutlich: Auf dem Bild ist einerseits das Thema „Adam und Eva“ realistisch gemalt, andererseits sieht man zwei dreieckige Wellpappen, die ineinander gehen und gleichzeitig den Konturenverlauf der Akte begleiten. Jahre später fertigte ich Collagen an, die teilweise von abstrakten Bildstrukturen aus Beton und Farbe bedeckt sind. Diese Schichten bilden zwar eigenständige Elemente in den Bildern, gleichzeitig korrespondieren sie aber mit den angedeuteten Inhalten der Collagen.
Aktuell arbeite ich an einer Malstrategie, der ich den Arbeitstitel „Bildstörungen“ gegeben habe. Verschiedene Malstile werden in meinen Bildern zusammengebracht und kommunizieren miteinander. So stehen abstrakte Bildelemente neben fotorealistischen Bereichen. Ich suche nach Möglichkeiten, aus den vielen fototechnischen Spielereien der Printmedien Malstrategien zu entwickeln. Ständig reiße ich Seiten aus Zeitschriften heraus, auf denen irgendetwas zu sehen ist, was meine Neugier weckt. Themen wie Schärfe, Unschärfe, Malerei in Farbe oder Schwarz –Weiß werden behandelt, Anregungen aus Medien und Computer finden Eingang in die Bildstruktur. Bei all diesen verschiedenen Elementen ist mir eine kompositorische Abklärung sehr wichtig. Es geht mir neben der übergreifenden Konzeption auch um das einzelne Bild. Die Inhalte der gegenständlichen Bildfragmente lassen sich nicht logisch miteinander verknüpfen. Oftmals finden sich Themen aus der Vergangenheit neben aktuellen Entsprechungen aus den Tagesmedien wieder. 
In den letzten Jahren habe ich das Gefühl, dass ich mich als Person und als Maler sehr präzise in meinen Arbeiten wiederfinde. Der expressive Malansatz spielt eine untergeordnete Rolle, mir fehlt dieser geniale Pinselstrich, ich bin da zu zögerlich und zu kopfbetont. Meine künstlerische Wildheit, wenn sie denn stattfindet, liegt mehr in der Konstruktion und in der Strategie. Expressivität in meinen Bildern ist entweder konzeptionsbedingt oder dient der Abklärung von Flächen, die wegen der Aufbereitung von Fotos am Computer unklar sind, was wiederum Teil des Konzeptes ist. 
Ich handele nur noch Themen ab, die mich aktuell und persönlich beschäftigen. Die Sprunghaftigkeit, das ständige Hinterfragen und Ironisieren, dieses mutwillige Einbauen von Bildstörungen und dann der Versuch, trotzdem einen gewissen Grad an Einheit zu erreichen, all das sind Eigenschaften, die teilweise Aspekte meiner Persönlichkeit widerspiegeln. 
Es gibt Maler, die sich mit einer Komponente der Malerei beschäftigen, um Grenzbereiche der Malerei zu isolieren und zu erforschen. Diese Malerei hat einen analytischen Charakter. Um bei diesem Bild zu bleiben, findet in meiner Malerei eine Form von Synthese statt: Mehrere verschiedene Komponenten verbinden sich zu einer neuen Einheit. Die Arbeiten gehen von einem Inhalt aus, setzen sich dabei mit den formalen Elementen der Malerei auseinander.
Es ist so, dass mich die abstrakten Bereiche in meinen Bildern genauso faszinieren wie eine Stadtszene oder ein gemalter Torso, es besteht da für mich kein so großer Unterschied. Baselitz arbeitet figürlich, besteht aber darauf, dass seine Arbeiten eigentlich abstrakter Natur sind und die Figuren lediglich die Suche nach einer Form erleichtern. Richter arbeitet mal abstrakt, mal gegenständlich und behauptet völlig glaubhaft, dass seine Bilder aus einer einzigen Konzeption entstehen. Polke, Hamilton, Salle, Hockney, nur um einige zu nennen – alles Künstler, die auf dem ersten Blick gegenständlich arbeiten, die aber eine Gradwanderung zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei betreiben, und die sich aus beiden Bereichen bedienen, um zu ihrer Bildschöpfung zu gelangen.
Ich denke, dass sich die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Disziplinen der Malerei relativiert haben, und die daraus entstehende Freiheit dem Künstler die Möglichkeit gibt, sich als Individuum wieder mehr in den Vordergrund zu bringen. Biografische Reflexionen und Reflexionen über Malerei mischen sich in meine Arbeiten zu einer persönlichen Spurensuche.
Ich denke, dass sich die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Disziplinen der Malerei relativiert haben, und die daraus entstehende Freiheit dem Künstler die Möglichkeit gibt, sich als Individuum wieder mehr in den Vordergrund zu bringen. Biografische Reflexionen und Reflexionen über Malerei mischen sich in meine Arbeiten zu einer persönlichen Spurensuche.
Ma  2004